Mittwoch, 1. April, 19:00 Uhr – Lieben und Lieben lassen – Liebesgedichte und Gedichte über die Liebe

Liebeslyrik von Doris Lerche, Claire und Iwan Goll; gelesen von Doris Lerche, Fiona Kania und Oliver Utis.

Sie verglichen sich mit Orpheus und Eurydike, mit Tristan und Isolde, mit Odysseus und Penelope. Iwan und Claire Goll wollten Liebende sein und waren es. Ihre Gedichte sind ein zu Poesie geformter intimer Dialog, der keine Untiefe der Gefühle verbirgt und die Einsamkeit des Begehrens so wenig auslässt wie die verstörende Seligkeit, die eigene Identität dem Anderen überwantwortet zu finden. Sie fanden sich 1917 und heirateten 1921, sie veröffentlichten Gedichte und Romane auf Deutsch und Französich, lebten zwischen den Welten und liebten sich bis Iwan 1950 an Leukämie starb.

Die Lyrik von Doris Lerche ist direkt und präzise, Im Spiel mit dem Klang der Sprache dreht sie jedes Wort und jeden Ausdruck um, unter denen Behren und Wollust, Sentimentalität und Sexualität krabbeln und sich winden. Unbarmherzig, aber voll sarkastischer Zärtlichkeit, bringt sie die Komik zutage, die im Lieben und Begehren selbst liegt. Doris Lerche bewegt sich zwischen den künstlerischen Genres: sie veröffentlicht Romane, Erzählungen, Satiren und Gedichte, zeichnet Cartoons und illustriert fremde und eigene Texte.

In der Zusammenstellung entsteht im Kontrast ein Dialog zwischen den Zeiten und zwischen den Perspektiven. Wir wollen das Lieben in all seinen Facetten in den Raum stellen, jenes Thema, das uns alle beschäftigt, ob wir es zugeben oder nicht – vielleicht um zur Verwirrung beizutragen oder vielleicht, um am Ende alles zu verstehen und zu verzeihen.

Eintritt auf Spendenbasis.

Die Denkbar wird unterstützt durch das Kulturamt Frankfurt.