Zwei kurze psychoanalytisch-kulturwissenschaftliche Impuls-Referate. Ergänzt werden die beiden Vortragsteile durch ein kammermusikalisches Intermezzo und ein Finale von Airi Bizzarri, Cello und Daria Gaertner, Klavier.
In meinen beiden Statements geht es um einige Bemerkungen zu den globalen Disruptionen im ersten Viertels des 21. Jahrhunderts. Das digitale Zeitalter und der Siegeszug der Artifiziellen Intelligenz haben, mit historisch einzigartiger Geschwindigkeit, psychische, ökonomische- und kulturelle Veränderungen in Gang gesetzt, die das individuelle-, aber auch das gesellschaftliche Leben prägen. Als Bürger, aber auch als Sozialwissenschaftler und Psychoanalytiker fällt es uns schwer, das monströse Ausmaß der psychischen- und kulturellen Disruptionen wahrzunehmen, geschweige denn zu verstehen. Jene Monstrosität, die unser Leben Anno 2026 durch die Steuerung unseres Denkens und Verhaltens, unserer Gefühle und Affekte vermittels der sozialen Netzwerke, der gottgleichen AI und der Verpaarungsindustrie bestimmt.
Im Teil I werde ich einige Aspekte, gleichsam die Ursünden des digitalen Zeitalters skizzieren. Im Anschluss daran folgt ein musikalisches Intermezzo. Der erste Satz der Arpeggione Sonate in d-moll von Franz Schubert. Eine Reminiszenz an die romantische Utopie einer hochindividualisierten, kulturell anspruchsvollen Gesellschaft.
Teil II wird an einem Fallbeispiel der Seelenmord durch das Eintauchen in die sozialen Netzwerke beschrieben und daran anschließend eine psychoanalytische Hypothese zur Strukturierung der Unbewussten durch die Immersion in das digitale Universum erläutert. Daran anschließend geht es um die Zukunft der Psychoanalyse im 21. Jahrhundert vor dem Hintergrund der Frage, ob einfühlsame Avatare, oder anders gesagt: ist die empathische und verständige AI die besseren Psychotherapeuten für die Generation Z hervorbringt? Ein musikalisches Finale leitet über zur Diskussion.
Eintritt auf Spendenbasis.
Anmeldung: anmeldung@denkbar-ffm.de
Die Musikerinnen:
Mit freundlicher Unterstützung:
